unterstützt von:
   
     

     
 
 
  


    
 

            


   
Wie war das jetzt mit den IOOO Kilometern, Stefan?
Die Nachlese.


(Teil I)
 
 

Genau eine Woche nach seinem Zieleinlauf im Frankenstadion beim uniVersa Nürnberg (Halb)Marathon, dem offiziellen Ende seines 1000 Kilometer Extremlaufs für Kinder in Not, treffen wir Stefan zur „Nachlese“. Er ist in bester Stimmung. „Mir geht’s gut,“ strahlt er. „Womit ich die erste Frage doch schon beantwortet hätte, oder?“ So ist es!

Stefan wirkt ausgeglichen und entspannt. Nichts deutet darauf hin, dass er gerade einen zweiwöchigen „Ultra“ über 1000 Kilometer hingelegt hat, dass er sich gerade von höllischen Schmerzen in Füßen und Beinen erholt hat. Wer ihn kennt, bemerkt zwar den Gewichtsverlust. Doch der signalisiert optisch eher die Mutation vom Kickboxer zum Läufer als körperliche Auszehrung oder Schmerz.

„Wenn ich zurückschaue, dann frage ich mich manchmal, ob das wirklich ich war, der das alles gemacht hat,“ erzählt Stefan von den inneren Bildern der letzten Tage. „Wenn ich den Lauf Revue passieren lasse, dann kommt mir das Ganze oft vor wie ein großes Abenteuer, bei dem ich wohl live dabei gewesen sein muss.“ Abenteuer? Schon. Aber ein sehr reales. So eine Art Selbsterfahrung mit Grenzüberschreitung ohne Realitätsverlust.

„Es können dir fünf Ärzte sagen, tritt langsamer, mach’ eine Pause, tu dies oder das. Letztendlich weiß ein Hochleistungssportler selbst am besten, wie weit er gehen kann, wo die absolute Grenze liegt.“

Stefan erinnert sich an den Begriff vom „Hineinhorchen ins Ich“, den wir ganz am Anfang seines Projekts, noch in der ersten Vorbereitungsphase im August 2004, für diese Schubart eigene Fähigkeit zum Ausloten von Kraftreserven gefunden haben. „Genau so war es auch auf der Strecke, besonders an diesem extrem schwierigen dritten, vierten und fünften Tag,“ sagt er. „Hätte ich am vierten Tag auf meinen Bruder oder auf den Arzt gehört, ich hätte aufgegeben.“

Dr. Peter Schneider, Orthopäde und Sportmediziner in Ehingen, ca. 30 Kilometer vor Ulm, hatte Stefan wegen zunehmender Schmerzen im rechten Schienbein und an der Achillessehne untersucht. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er sechs Tage lang pausieren müssen. „Aus rein medizinischer Sicht, würde ich aufhören,“ sagte Schneider, „aber Sie sind Extremsportler, da kann es schon sein, dass Sie es schaffen.“ Auf unseren Einwand, ob eine Entzündung nicht ein Faktum sei, das auch ein Stefan Schubart nicht ignorieren könne, entgegnet der 1000 Kilometer-Bezwinger ernst: „Ja, das ist ein Faktum, das mir auch bewusst war. Und vielleicht hätte ich mich anders entschieden, wäre da nicht dieses sehr klare Gefühl für den eigenen Körper, für die eigene Leistung.“

 


          weiter zu Teil  II  >>>
          weiter zu Teil III  >>>
          weiter zu Teil IV >>>
          weiter zu Teil  V >>>


  

Webmaster | Impressum | Kontakt | ©2005 papendieck & beringer