| Wie war das jetzt mit den IOOO Kilometern, Stefan? Die Nachlese. (Teil II) |
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| Jeder Spitzensportler würde dieses spezielle (Selbst-)Bewusstsein kennen, und sich deshalb oft anders entscheiden, als es ihm ein noch so fundierter Ratschlag nahe legt. „Ich habe die Entzündung genommen wie ein Loch im Zahn und zu Dr. Schneider gesagt, ich komm’ wieder, wenn ich’s nicht mehr aushalte.“ Um weiterzukommen, hat Stefan eine eigene Strategie entwickelt. Eine Kombination aus Humor, Akzeptanz und Konzentration auf Kleinst-Etappen. Wenn er und Yvonne schon Stunden lang unterwegs waren und, wie etwa im Allgäu, wieder ein Berg vor ihnen lag, sagte sich Stefan „Ach dieser lächerliche Hügel“ und fragte seine Begleiterin auf dem Mountainbike: „Soll ich dich hoch schieben Yvonne, geht’s noch?“ Damit nahm er den aufkommenden „schwarzen“ Gedanken gleich im Ansatz den Wind aus den Segeln. Hätte er sich ständig mit den Strapazen des Berglaufs beschäftigt, wäre dieser „Hügel“ wie der Mount Everest vor ihm stehen geblieben. Deshalb hat er sich vorher mit ihm auseinander gesetzt, um dem vermeintlichen Giganten die Bedrohung zu nehmen. Sein Humor half auch der zähen Yvonne die Nerven zu behalten. Etwa als sie von der Strecke abgekommen waren und plötzlich vor dem Ulmer Dom standen. „Schau’ Yvonne, jetzt haben wir auch den Dom gesehen, das ist doch richtig fein,“ witzelte er und nahm so auch bei ihr die Spannung raus. Zweimal hatten sie sich während der 14 Tage verlaufen, mindestens viermal mussten sie wegen überschwemmter Wege die Route spontan ändern. Das kostete Zeit und Nerven. „Den Schmerz hatte ich bereits akzeptiert, ihn als mein Bündel angenommen. Aber das alleine hätte nicht genügt, die Strecke auch psychisch durchzustehen,“ kommt Stefan auf eine wesentliche Voraussetzung zu sprechen, um eine solche körperliche Herausforderung wie den 1000 Kilometer-Lauf zu schaffen. Die seelische Balance, deren Grundvoraussetzung Geduld und die passende Sichtweise sei. „Ich habe nicht ständig in der 1000 Kilometer-Dimension gedacht, sondern in Tagesetappen. Ich habe die Strecke bewusst aufgeteilt und mir gesagt, noch zwei Kilometer, dann trinkst du was, oder, noch drei Stunden, dann hast du’s geschafft. Es waren immer die kleinen Ziele, die mich vorangebracht haben, ich habe die Probleme scheibenweise abgetragen.“ Der 1000 Kilometer Extremlauf hat Stefan ruhiger werden lassen, er hat Gelassenheit gewonnen. „Dieser ganze hektische Wettbewerb um uns herum, der Egoismus, diese Ich-Bezogenheit „ sagt er, „all das hat sich aufgehoben.“ Was er da erzählt, beschreibt ein Gefühl, für das nicht nur seine sportliche Leistung, auf die er zu Recht stolz ist („ich bin sehr zufrieden und fühle mich als Sportler und in meiner Arbeit als Trainer bestätigt“) verantwortlich ist, sondern ein ganz bestimmtes Erlebnis während der Tour. |
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